Baustellentagebuch

Paff! Boom! Bäng!

Die Stuckmannen waren diese Woche fleissig:

Wir haben jetzt überall Armierungsgewebe an den Wänden pappen. Das wurde mit Kalkspachtel aufgetragen und soll Risse verhindern. Auch wenn man es kaum sieht, unser Haus ist in weiten Teilen ein Fachwerkhaus - und kein besonders hochwertiges, wenn ich das mal so sagen darf.

Die Fachwerkwände sind schon arg dünn. Das Holz ist statisch dazu in der Lage, sonst würde das Haus ja kaum noch stehen - aber sonderlich gut wärmeisolierend oder unbeweglich ist das nicht. Das Holz arbeitet und Putz macht das halt nicht... Ausserdem soll ja eines Tages auch noch eine Fassadendämmung angebracht werden, deren Montage das alles wieder aufschütteln wird. Das Gewebe hält dann hoffentlich alles zusammen.

Und so sieht ein mit Gewebe gespachtelter Raum dann aus...

An manchen Stellen haben wir gut 70mm und noch mehr Putz, das macht den Putz bald dicker als die Wände, aber definitiv dicker als die roten Fäden der Elektrodosenschutz- und -wiederfindedeckelchen lang sind. Da kann man dann auch so viel klopfen, wie man will - man hört es nicht. Insbesondere nicht, wenn an der Wand auch noch überspanntes Holz ist.

War ein "tolles" Gefühl, die schön gespachtelte Wand wieder zu zerstören, während um mich rum drei wild entschlossene Jünglinge die Kellen wetzen. In dem Moment war ich doch sehr froh, sie mit Kaffee, Getränken, Schokolade und Obst angefüttert zu haben. ;-)

Sie haben es mit Fassung getragen.

Und die frisch verlängerten Dosen direkt wieder unter einer Lage Schlönz begraben.

(Wir überlegen, ob wir die Rechnung um 10% kürzen sollen, weil wir auch ca. 10% Wohnfläche verloren haben... )

Zwischenzeitlich haben sie oben sogar schon mit der Glätte angefangen. Die kommt über den Spachtel mit dem Gewebe und macht (Ach!) die Wände dann glatt. Man erkennt es ganz gut am Farbwechsel: Kalkglätte ist weiß, der bisher verwendete Kalkputz, bzw. -spachtel ist gelblich.

Der Glattmachmann macht glatt und er durfte sogar mal Jura knuddeln (die lässt sich sonst von Fremden nicht erwischen) und hat ihr dabei ein paar hübsche Kalksträhnen verpasst. Das ist auch erst Glättelage 1 von 2, wie mir erklärt wurde. Danach werden noch potenziell vorhandene Grate abgekratzt, es kommt nochmal Glätte drüber und dann wird geschliffen.

Jetzt ist aber erst mal wieder Trocknungspause und in 8 Tagen oder so glätten sie die restlichen Flächen und machen alles fertig. Offenbar wars auch ein bisschen frisch, so ohne Heizung: der Oberglattspachtelstuckateursmann rief an und meinte, dass wir ab Samstag hinter den Heizkörpern schon mal streichen könnten wenn wir lustig seien und die Heizkörper wieder montieren - er habe da nämlich schon glatt gemacht.

Das bedeutet, dass wir uns so langsam ganz schön zackig für Farben entscheiden müssen. Kommt ja fast ein bisschen plötzlich muss ich sagen. Ich bin noch nicht so weit! *bibber*

Andererseits wäre es schon nett, wenn wir das Tiefdruckgebiet bald mal wieder aus dem Haus hätten.

OHMEINGOTT - WIRBRAUCHENFARBEN!!!

Dabei haben wir unser Entscheidungskontingent für diese Woche schon aufgebraucht. Wir haben nämlich den Boden entschieden: Oben Bruno, rechts Erika. Beide Eiche massiv, gebürstet, geräuchert und mit Hartwachsöl behandelt. Bruno farblos, Erika mit einem Hauch weißer Pigmente. Bruno hat gewonnen.