Baustellentagebuch

 ...habe ich schon erwähnt, wie toll der Stuckateur ist?
Gründlich, detailversessen und fast schon pingelig?

Sieht total normal aus, nech?

Aus der Perspektive hatte die Wand bis vor ganz kurzem einen krassen Hängebauch. Also oben-15cm-weniger-als-unten – krass.

Ich wollte noch ein vorher-Bild machen, auf dem man das auch erkennt - aber als ich das nächste Mal auf die Baustelle kam, wars schon zu spät… Deshalb gibt es nur eins aus einer ähnlichen Perspektive von vor 5 Jahren. Die Tapete tarnt das Problem und das Geländer überdeckt den Übergang. Aber der vorher-nachher Effekt ist trotzdem nett… ;-)

Ein ähnliches Schicksal erfuhr die Buckelpiste im Wohnzimmer. Uns hätte das nicht so arg gestört – es ist nunmal ein altes Haus – aber ich habe den anklagenden Blick des Stuckateurs nicht ausgehalten, als er demonstrativ mit der Setzlatte an der Wand rumgewackelt hat. (Mit den Decken macht er das lustigerweise nicht… ;-) Aber irgendwo müssen wir den Altbaucharme ja auch erhalten, nech?)

Freuen wir uns also über ziemlich gerade Wände und charmante Decken.

Wir haben den alten Putz ja so weit erhalten, wie er nicht selbst von den Wänden gefallen ist oder für das große Ganze weichen musste. Das hat nicht nur eine gewisse Krummigkeit zur Konsequenz, sondern auch, dass man (=ich) ihn anschleifen "durfte" und nun auch (von mir) ein Haftgrund aufgetragen werden musste, damit wenigstens die Oberflächen schön homogen glatt werden.

Haftgrund darf man sich wie Holzleim mit Sand drin vorstellen: weißliche, raue Flüssigkeit mit der Konsistenz von Dispersionsfarbe, die mit dem Auftragen fast transparent wird und auch annähernd unsichtbar auftrocknet. Zu dick auftragen darf man es auch nicht – Zitat Stuckmann: "Sendse sparsam demit!" – sonst bildet sich ein Film und die Glätte hält dann nicht richtig. Ich war sparsam und man sieht es beim verarbeiten praktisch nicht. Ergebnis: ich habe nicht alles zu 100% erwischt. Natürlich hats der Stuckmann bemerkt und bemängelt.

 Das Zeug macht seinem Namen übrigens alle Ehre.

 Und dann war da noch der alte Trockenbau in meinem zukünftigen Arbeitszimmer.

Der war auf die alten, staubigen Putzreste der ehemaligen Aussenwand geklebt und hat die vergangenen 30 Jahre erstaunlich gut gehalten. Irgendwann nachdem die Steckdosen drin waren, hat sich – wohl ob des vielen Gehämmere – der Ansetzgips dann doch mal von seinem Untergrund getrennt und die Platten lagen hohl, haben aber an sich noch gehalten. Naja.

Ich dachte, das merkt keiner habs, garniert mit einem Hauch von "des tut noch!" und "nicht noch mehr Abriss", schlicht vergessen zu erwähnen. Tja – der Meister hat es aber leider netterweise bemerkt. Also gab es statt Trockenestrich in der Küche Trockenbau in meinem Zimmerchen. Weil theoretisch hätte man das auch einfach durch ein paar Löcher mit neuem Ansetzgips füllen können. Praktisch wäre das quasi Pfusch und dann bekommt der Stuckmeister bestimmt Alpträume, was sich auf die Rechnung auswirken könnte...

Und jetzt sieht es im Prinzip genau so aus, wie vorher. Nur irgendwie schlechter, weil nicht mehr verspachtelt. Dafür hält es. Möge der Spachtelgott mit uns sein.

So ungefähr, bitte. Hübsch, ne?

Die Bäder gehen auch so langsam voran:

Der Trockenbau ist grün gespachtelt, es liegt Trockenestrich.

Jetzt muss noch geschliffen werden und der Putz braucht noch Glätte, dann könnte der Fliesenmann rein. Wenn wir ihn denn schon hätten. Drei waren vorletzte Woche da, ein Angebot kam. Eigentlich hab ich keine Lust, den Typen hinterher zu rennen – aber die Auswahl ist einfach beschränkt im Natursteinbereich und irgend einen Vergleich hätten wir dann schon gern noch.

Ich werde berichten.

Bis dahin darf sich die geneigte Leserschaft noch an unsere neuen-alten Haustüre erfreuen und wir freuen uns über die schicke, durchgehende und glatt gespachtelte Decke.

Anderer Leute Krümel  

 
#1 Pille 2016-01-31 19:28
ich hab den Eindruck das die Fensterbänkee irgendwie fleckig sind, kann das sein?

LG
Pille