Baustellentagebuch

wohoo - Überraschung.

Er Sie ist wieder da.

Noch ne Überraschung: über drei Jahre nach dem letzten Eintrag sind wir immer noch nicht eingezogen. Aber mei - es ist halt auch viel Arbeit und zwischendurch hat der pechvogeligste aller meiner Ehemänner auch noch sein Knie verunfallt und sich selbst für fast ein Jahr an den Bürostuhl gefesselt weil Kreuzband. Natürlich habe ich ihn hemmungslos verspottet hingebungsvoll gepflegt. Inzwischen ist er wieder ganz der alte.

Und dann ist da noch das passiert:

Jura. Geboren Mai 2014, eingezogen Juli 2014. EIn notorischer Quatschkopf und Sockendieb. Wir lieben sie sehr.

Aber ich wollte ja über die Baustelle reden..

Fangen wir an, wo wir aufgehört hatten. Im Eingangsbereich. Die Decke ist mit Fermacell abgehängt, der Streifen rechts im Bild (in der Raummitte gegenüber der Haustüre) bleibt offen. Das ist einfach zu schön, um es komplett verschwinden zu lassen.

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Zuletzt hatte ich über die Lästigkeit von Schlönzarbeiten gesprochen. Stellte sich raus: nichts hasse ich mehr als Putz, Verputzen, Schleim, Schlönz und Wandpampe. Die Bruchsteinwände im Eingangsbereich haben wir allerdings bezwungen. Damit wir uns richtig verstehen: nur die Bruchsteinwände. Alles andere macht gerade im Moment der Stuckateur. Eigentlich wollte mein begeistert schlönzender Göttergatte (das ist mir ein Rätsel..) selbst verputzen, aber er hat ja Knie. Also habe ich weniger Überzeugungsleistung anbringen müssen als erwartet. Jetzt machts der Profi. Der kann das auch gut. (*hüstel*) Aber vor allem kann er es schnell und er macht dabei seine Knochen kaputt.

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Alles hübsch-sauber verfugt und nur die schönen Sandsteine sind noch sichtbar. Sauber machen und die Kalkputzschlieren entfernen muss ich sie allerdings seit fast vier Jahren. Dafür haben wir Sitznieschen. Hallo? Wie geil ist das denn? Sitznieschen in den Fenstern, damit man sich die Schuhe anziehen kann. Ich bin ganz begeistert - obwohl ich mir noch nie dort Schuhe angezogen habe. Und obwohl -leider- die Fensterbänke alle noch mal raus müssen. Wir wollten eigentlich im ganzen Haus Fensterbretter aus Multiplex und auch Regale, Balustraden und Fächer aus dem Zeug machen. Stellt sich raus, Holz verträgt sich absolut nicht mit Kalkputz: das kann man behandeln mit was man will, Kalkputz dringt durch und macht hässliche Flecken. Schade drum - es steht ein großer Haufen teures Material in der Scheune - aber wir werden wohl noch etwas mehr Asche in die Hand nehmen und alle Fensterbänke nun eben aus Schiefer machen. Passt es halt zum Fußboden. So.

Apropos Fußboden: Der Raum war ja mal eine Waschküche mit drei Bodenabflüssen: alle weg. Und Ausgleichsmasse ist auch gegossen. Es war viel (600kg Sackware?), es waren auch glaub 7cm Höhenunterschied zu überbrücken. Und ganz gerade ist es trotzdem nicht geworden. Aber gerade genug, um Platten zu legen.

Eine schicke Haustüre haben wir inzwischen auch - nur habe ich gerade kein zeigbares Bild.


Wandern wir mal die Treppe hoch...

Wohnzimmer, Ofen, der geneigte Leser mit Elefantenhirn vermag sich zu erinnern..

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Den Ofen hatte ich ja schon ausführlich belobhudelt - er wird ganz wunderbar warm und alles ist toll und voller rosa Blubberbläschen. Ich liebe ihn. Jetzt neu: der ganze Stahl für die Statik ist versteckt (Fermacell und Steinwolle wegen Brandschutz), überall sind gerade (*hüstel*) Flächen und rechte Winkel (*hüstel*), es gibt ein paar Regalfächer für Schnickeldie und der alte Parkettboden ist dann doch noch verschwunden. Er hat sich teilweise vom Untergrund gelöst, also haben wir ihn ganz raus gerissen. Und den verbliebenen PAK-haltigen Kleber haben wir unter zwei Lagen Flugzeugbauerkunstharz aromatendicht und langfristig chemisch stabil vergossen. Learn from the best - die in Tschernobyl haben das so ähnlich gemacht.. ;-)

Alles neu für die werten, vor drei Jahren stehen gebliebenen Leser (liest hier eigentlich noch irgendwer?) - für uns neu sind die verputzten Wände und die verkleideten Träger. Man sieht es ja auch noch an den Farben: der neue Putz ist auf den Bildern noch ziemlich feucht.

Inzwischen sind alle Fenster neu, alle Rolläden verschwunden und unter dem hübschen Putz ist ein großer Haufen Arbeit versteckt: das sind größtenteils Fachwerkwände und das ganze Holz musste aufwändig mit einem Putzträger überspannt werden. Wir haben Ziegelrabitz genommen: schwierig zu besorgen, ziemlich teuer und ziemlich fruckelig zu verarbeiten. Aber angeblich ein absolutes Wunderzeug auf Holz. Dazu noch unglaublich viel Ausgleichsarbeiten mit Sauerkrautplatten, damit die Fensterleibungen wenigstens gerade aussehen. Der Stuckateur (ein Ästhet. Beschriftet Umschläge händisch mit Normschrift und unterschreibt Rechnungen mit Füller) hat noch ein bisschen mehr ausgeglichen. Jetzt sind sie so unglaublich gerade, dass die Decken umso schiefer wirken.

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Und hier dann noch die Küchenwand. Ein unglaublich dünnes, wackeliges Ding. Aber der Putz und die Wunderwaffe Ziegelrabitz wirds schon zusammen halten.. Wir trauen uns aber wohl trotzdem nicht, da Hängeschränke zu montieren, sondern werden vermutlich alles auf den Fußboden stellen.

Der Fußboden wurde komplett abgetragen, weil lose und sehr schwer (Granitfliesen) und mit mehreren Lagen OSB auf Niveau gebracht. Die Tage kommt dann noch ein Trockenestrich drauf, dann können die Fliesen kommen.

Gehen wir die Treppe hoch...

 

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Wo fang ich denn da an? Die Treppe hat ihr Geländer verloren, es ist alles fertig ausgebaut (unter dem Trockenbau ist fast überall noch eine Lage OSB zwecks Stabilität), die Elektrik ist komplett fertig verlegt, die Einbauspots haben vorbereitete Kisten in der Decke, oben haben wir mühevoll möglichst viel Fachwerk freigelegt und abgehobelt/geschliffen/gebürstet. War ja alles mit stinkigem Holzschutzmittel behandelt.

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Wir haben der holzwurmigste aller meiner Ehemänner hat (nicht nur hier) Balustraden gebaut, über meine Sonderwünsche geflucht ("Fächer!" - "..." - "Wir brauchen Fächer! Für Bücher!" - "..." - "Nein, wir haben nicht genug Wände für Regale!") und alles ganz zauberhaft umgesetzt. Er kanns halt einfach. ♥

Löcher zugemauert hat er auch und teilweise neue Fachwerkbalken gesetzt. Der Boden hatte in jedem Raum ein anderes Niveau - jetzt ist alles auf einer Höhe. Wir danken dem Erfinder der OSB-Platte. Und dem Typen, der sie hier angekarrt und auf den Hof geschmissen hat. In die Garage räumen und dann drei Etagen hoch und alles verlegen war dann wieder unser Job.

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Das Zimmer mit der Wendeltreppe.. Inzwischen ist sie entlackt, lag eine Weile in der Garage und nun steht sie (seit bestimmt 2 Jahren?) an Ort und Stelle. Der Boden hat das richtige Niveau, die Balken haben ein bisschen Platz machen müssen, es ist alles fest verschraubt, das Geländer ist wieder zusammengeschweißt.. Fehlt noch der graue Anstrich und Hutmuttern für die Stangen.

Elektrik, Fenster, ganz viele Balken abschleifen, Ziegelrabitz, Sauerkrautplatten... nur der Putz und die Spachtelarbeiten - die sind nicht von uns.

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Die Wendeltreppe von oben: Balustrade (mit Regalfach!), Elektrik, Trallala...

Die OSB-Platten kommen natürlich noch weg, wenn alles fertig ist. Aber auf irgendwas muss man ja laufen können, so lange das Dach nicht gestrichen ist. Apropos Dach: Die Zimmerleute haben ja nach der Aufsparrendämmung aufgehört. Wir haben diie Zwischensparrendämmung (Steinwolle) gemacht, eine aromatendichte Dampfsperre (das Dach war - wie alles - mit Carbolineum gestrichen) eingebracht, die pingeligt verklebt, dann eine Lage OSB (zusätzlicher Schallschutz und Unterlage für die Trockenbauschrauben), schön in dafür vorgesehene, dampfdichte Klebemasse, und dann Rigips angeschraubselt.

Nicht zu sehen: die ganzen Winkel, Nieschen und friemeligen Ecken, die ein altes Haus zur Unterhaltung seiner Sanierer so zu bieten hat. Ich glaube, allein der Schornstein hat drei oder vier Samstage verschlissen.

Und Jura ist in den letzten (bald) zwei Jahren zu einer tollen, voll erwachsenen und kaum mehr albernen Hundedame herangewachsen.

Hoppla.

So rum ist richtig.

 

 

Anderer Leute Krümel  

 
#1 Pille 2016-01-28 05:41
*hmm*
 
 
#2 Pille 2016-01-28 05:46
...das eigene Mopped einfach so gegen einen Flohzirkus eintauschen und dann den Göttergatten verspotten der noch wie ein "echter Mann(tm)" bei Wind und Wetter auf zwei Reifen unterwegs ist, dem hilfosen Weibe die Höhle wohnlich zu einzurichten...

Undank ist der Welt Lohn :-D
 
 
#3 kuchenschwarte 2016-01-28 09:19
Ich dich auch, Pille. :-) Aber schön, dass doch noch jemand hier ist. ;-P
 
 
#4 Pille 2016-01-28 17:34
wenn man so nett daran erinnert wird...

Aber tatsächlich habe ich alle paar Wochen kontrolliert ob der Stillstand der Website weiterhin mit dem des Realbaus korreliert *gg*

Pille