Baustellentagebuch

Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Person ein kleine-Schritte-zum-Ziel - Update. Viel passiert ist wahrlich nicht. Zumindest sieht es nicht so aus. Aber einerseits haben wir aktuell nur Samstags Zeit und andererseits nimmt es erstaunlich viel Zeit in Anspruch, Fenster (bzw. Terrassentüren) einzubauen. Aber seht selbst:

Das ist unser Küchenfenster. Ursprünglich war da mal eine Türe in den Garten, wie uns die Vorbesitzer erzählt hatten (und man auch an den gelben Lochsteinen unter dem Fenster vs. den alten Backsteinen an den anderen Wänden erkennen würde, hätte ich ein geeigneteres Bild gemacht) und genau das war eine der fetten Boxen, die das Haus getickt hat: man kann von der Küche in den Garten gelangen. Mir war das beim Kauf sehr wichtig und - tadaa - jetzt ist es möglich.

 

Da, wo der große Flügel steht, war ursprünglich mal die Spüle und das Wasser hat sich von da aus über Jahrzehnte seinen Weg ins Holz gesucht. Die zwei waagerechten Balken hinter dem Flügel sind zwar erkennbar beschädigt, aber nicht in ihrer Funktion beeinträchtigt. So haben wir den Platz genutzt und da Kabel reingelegt. Der rechte Türbalken hat aber eine tragende Funktion in der Aussenwand und war zu gut 2/3 durchgerottet. Jetzt ist er 'neu'. Vorher lag er übrigens als Schwelle oben im Dachgeschoss.
Apropos vorher:

So sah der Raum im Januar vor einem Jahr aus. Das ist (leider) das einzige Bild aus einer vergleichbaren Perspektive.
Jetzt sieht er so aus:

Wir haben uns bewusst für die Asymmetrie entschieden, nicht nur, weil wir die Optik witzig finden, sondern auch, weil wir so einen Meterflügel rechts verbauen konnten. Ebenerdig zum Garten ist das bestimmt keine schlechte Idee. Wer weiß, wozu man das noch brauchen kann. Leider konnte der Fensterbauer die Türe nicht so hoch bauen, wie wir es ursprünglich geplant hatten. So müssen wir oben mit der breiteren Kante vorlieb nehmen. Innen störts nicht, draussen kommen so die Fenster leider alle unterschiedlich hoch raus.
Der Einbau von so einem sackeschweren Glasmonster Terrassentürelement dauert übrigens einen guten Tag und man sollte mit diversen Wasserwaagen peinlichst darauf achten, dass der Rahmen in allen Dimensionen, auf voller Länge und in sich gerade in der Öffnung sitzt. Ein Element in der Größe verzeiht nichts und verweigert schlicht den Dienst, wenn es nicht zu 110% perfekt eingebaut ist. Wie gut, dass wir dicht-wie-U-Boot-Band und Schrauben statt Bauschaum verwenden. So konnten wir das Ding einfach und beschädigungsfrei nochmal komplett ausbauen und neu justieren... *räusper*
Jetzt funktioniert alles einwandfrei.
Das gleiche Spielchen, nur - dank des fachwerkfreien Neubauzustandes auf Anhieb perfekt gerade - hatten wir am Wochenende zuvor in meinem zukünftigen Arbeitszimmer. An dieser Stelle war mal ein Fenster vorgesehen, es wurde aber nie eingebaut. Wir haben den vorhandenen Sturz genutzt und gleich eine Türe geplant und verbaut.

Das Metallgitter deckt einen sehr großzügigen Lichtschacht zum Heizungskeller ab und wird eines Tages entfernt werden. Stattdessen kommt eine kleine Treppenkonstruktion ins Loch und man kann dann ohne Klimmzüge auf die Terrasse laufen.

Links wird dann noch das Stückchen Beton zum Garten hin entfernt und wir haben einen weiteren barrierefreien, breiten Eingang ins Haus.
Bis dahin habe ich noch eine etwas merkwürdige, schildbürgerreske Aussicht in den Garten. Aber hey: besser als keine Aussicht...

Und auch hier doch nicht ganz problemfrei: Kunststoffprofile sind nicht besonders verwindungssteif und so mussten wir uns eine zusätzliche Versteifung ausdenken, um das Element im Rollladenkasten zu sichern. Hat uns auch keiner vorher gesagt und nochmal einen guten halben Tag Arbeit beschert. Jetzt kann man die Türe aber öffnen, ohne das Profil 5cm auszulenken.

Und dann wurde (endlich) die Gaube fertig vertafelt und das Gerüst entfernt.

Damit können wir ans Dach (zumindest Handwerkerseitig) einen Haken machen. Der Innenausbau und die zusätzliche Dämmung sind wieder ein anderes Thema.
In die Gaube kommt irgendwann Bad#2 und so sieht das Fenster von innen aus:

Was wir durch die Einsparung des Rollladenkastens an Glasfläche gewonnen haben, wird von der Unterteilung in drei (vorher zwei) Flügel wieder aufgefressen. Aber die kleiner unterteilten Flächen wirken an alten Häusern wesentlich besser und so kann man zwei Flügel kippen und selbst wenn alle ganz offen sind, hat man keinen gigantischen Glasömmes im Raum stehen - praktisch bei einem kleinen Badezimmer.
So, der fast-nix-Rundumschlag ist beinahe fertig. Hier noch ein aktuelles Bildchen vom Amselplattenbau, respektive dem im Herbst angelegten Blumenbeet davor.

Leider sind mir gut 50% der Blumenzwiebeln kaputt gegangen. Die sind im milden Herbst viel zu früh gekeimt, im nassen Dezember ersoffen und im kalten Spätwinter entgültig erfroren. Schade drum. Dafür haben die Rosen überlebt. Ist das nicht schön?

Anderer Leute Krümel  

 
#1 Pille 2012-04-24 11:08
Dankeschön! Wenn mir doch alle weiblichen Wesen so gut gehorchen würden...
 
 
#2 swuuj 2012-04-25 13:51
Ich danke auch! Sehr beeindruckend, was Ihr da schafft bzw. schon geschafft habt. Unser "neuer Altbau" war weit weniger Arbeit ... allerdings kannten wir bislang kein dicht-wie-u-boot-Band, danke für den Tip!
 
 
#3 Nike 2012-05-04 12:15
*schluck* Solche Formen wird das bei uns nicht annehmen. Hoffe ich doch. Das Haus wurde 2001 Kernsaniert. Nicht alles nach unserem Geschmack, aber alles so, dass man so lange damit Leben kann, bis man Zeit und ein bisschen Knete gefunden hat, die Sachverhalte zu ändern. Vor dem Einzug Ende Mai müssen wir nur die Böden in Küche und Wohnzimmer bewältigen. Die dafür aber von Grund auf. Ein neues Fenster und eine neue Terrassentüre baut morgen früh der Tischler ein. Ich hoffe ehrlich gesagt auch inständig, dass es dabei vorerst bleibt. Rohbau mit Kleinkind schwebt mir nicht vor ; )
Liebe Grüße
Nike
 
 
#4 Pille 2012-05-06 09:22
Schon wieder 14 Tage ohne Update... *schnüff*